Videos zur Präsentation des Carbon Bubble & Divestment-Reports


Mit Bezug zur Global Divestment Mobilisation Week fand am 10. Mai 2017 im Impact Hub in Wien die Präsentation des Berichts „Carbon Bubble & Divestment – Grundlagen und Analyse zur Bewertung fossiler Investitionen im österreichischen Fondsmarkt“ statt, der von einem Team von Günsberg Politik- und Strategieberatung, ESG Plus und Green Alpha erarbeitet und vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft unterstützt wurde. Als internationale Gastrednerin brachte Sian Ferguson, Geschäftsfüherin des Sainsbury Family Charity Trusts in Großbritannien, die Asset Owner-Perspektive ein, und stellte die Aktitiväten von Divest-Invest Europe vor. Alle (großteils deutschsprachigen) Beiträge der Präsentation stehen hier als Videos zur Verfügung.

Der erste Teil widmete sich aktuellen Marktszenarien und dem regulatorischen Umfeld im Zusammenhang mit fossilen Energien und dem Pariser Klimaabkommen, die „Fossil Divestment“ über ethische Verantwortlichkeiten hinaus insbesondere auch aus einer finanziellen Risikoperpektive als Gebot der Stunde erscheinen lassen.

https://www.youtube.com/watch?v=UG2338IS7mI&list=PL_EeEpPtZxq_VR9MVd6AiIy19A1rLrewH&index=1

Sian Ferguson, Trust Executive der Sainsbury Family Charity Trusts, zeigte in ihrem Vortrag auf, warum eine zügige Kapitalverlagerung von fossilen in nachhaltige Veranlagungen im Sinne der Divest-Invest-Kampagne nicht nur den philanthropischen Zielen ihrer Organisation, sondern allgemein der rechtlichen und treuhänderischen Verantwortung institutioneller Investoren entspricht. Sie betonte, wie wichtig darüber hinaus das Signal ist, dass dadurch an Politik, Unternehmen und den Finanzmarkt ausgesendet wird und bot den anwesenden Fondsmanagern in diesem Zusammenhang ihre Unterstützung an.

https://www.youtube.com/watch?v=AXMakydgrq0

Armand Colard vom Nachhaltigkeits-Beratungsunternehmen ESG Plus machte darauf aufmerksam, dass KonsumentInnen – anders als beispielsweise im Lebensmittelbereich – bei vielen Finanzprodukten und anderen Vermögen nicht wissen, „was drin steckt“. Die Frage „Was passiert mit meinem Geld? Wie klimaschädlich oder aber nachhaltig wird es veranlagt?“ stellt sich dabei nicht nur im Zusammenhang mit Aktienportfolios, sondern auch bei Pensionsvermögen, Lebensversicherungen, Vorsorgekassen etc. bis hin zum Sparbuch. Wie der Vortrag zeigt, muss der Klimaaspekt hierzulande selbst in nachhaltigen Veranlagungenstrategien institutioneller Investoren noch stärker integriert werden.

https://www.youtube.com/watch?v=08Q-uzXagoU

Abschließend präsentierte Wolfgang Rattay, Eigentümer der auf Nachhaltigkeit spezialisierten Investmentagentur Green Alpha, die Ergebnisse der im Rahmen des Berichts durchgeführten Marktanalyse, welche über 500 Publikumsfonds österreichischer Kapitalanlagegesellschaften hinsichtlich ihrer Klimarisiko-behafteten Veranlagungen und der damit verbundenen CO2-Emissionen aus fossilen Reserven ausgewertet hat. Einige zentrale Details der Studie sind auf www.divestment-austria.net zu finden. Hier seien exemplarisch nur ein paar Zahlen genannt: Der Anteil des „Capital at Carbon Risk“ lag im Durchschnitt aller Fonds bei 7,8%, bei Themenfonds in den Bereichen Energie und Emerging Markets bei durchschnittlich mehr als 24% und in einem Fall waren sogar 100% des Vermögens in den Fossilbereich bzw. davon unmittelbar abhängige Unternehmen investiert. Ein marktdurchschnittliches Fondsinvestment in Höhe von zum Beispiel 5.000 Euro finanziert auf diese Weise Kohle-, Öl- und Gasreserven mit einem CO2-Emissionspotenzial, welches dem durchschnittlichen Jahreskonsum eines/r ÖsterreicherIn entspricht (oder etwa der Verbrennung von 48 Fass Rohöl). Rechnet man unsere Ergebnisse auf den österreichischen Gesamtmarkt hoch – wobei wir vorsichtig davon ausgegangen sind, dass 30% des Fondsvolumens über gar kein Carbon Exposure verfügen (Staatsanleihen, Immobilien etc.) –, so ergibt das eine „Carbon Bubble“ von über 450 Megatonnen CO2. Das ist mehr als die Hälfte dessen, was Österreich gemessen an seiner Bevölkerungsgröße zur Erreichung des Pariser 2°C-Ziels insgesamt noch zur Verfügung steht.

https://www.youtube.com/watch?v=wXGra2O-4J4

Weitere Ergebnisse der Untersuchung wurden bereits hier vorgestellt und sind in den Abstracts sowie in der Langfassung des Berichts ausführlich beschrieben:

Kurzfassung deutsch

Kurzfassung englisch

Gesamtbericht (dt.)