Georg Günsberg | Politik- und Strategieberatung | Franz Josefs-Kai 27,  A-1010 Wien | office@guensberg.at

Faktencheck Energiewende 2015

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Wie bereits im vergangenen Jahr haben wir auch heuer im Auftrag von Erneuerbare Energie Österreich und Klima- und Energiefonds einen „Faktencheck Energiewende“ erarbeitet, der auf aktuelle Mythen der öffentlichen Diskussion eingeht. Nach dem Erfolg des vergangenen Jahres, wird  das von uns entwickelte Format – eine Mischung aus detailliert aufgearbeiteten Sachargumenten garniert mit jeweils einem Chart, das online auch animiert dargestellt wird  auch dieses Jahr sehr gut angenommen. Auf Basis der laufenden Beobachtung der öffentlichen Debatte zu Klimaschutz und Energiepolitik werden die wichtigsten Argumentationsstränge herausgearbeitet und mit aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen, Marktberichten und sonstigen Studien und Policy Papers bzw. auch Originaldaten verglichen. Dabei sieht man auch, dass sich die Diskussion innerhalb eines Jahres durchaus verändern kann.

Zweisprachige Website mit animierten Charts

Vorweg eine der wichtigsten Neuigkeiten: Unter www.faktencheck-energiewende.at wird aufgrund der hohen internationalen Nachfrage im vergangenen Jahr diesmal auch eine englischsprachige Version der Website angeboten. Zudem ist die Seite auch noch besser smartphone-kompatibel und responsive. Da die meisten Argumente des Faktencheck internationalen Charakter und nicht nur Österreich-Bezug haben, ist dies auch inhaltlich sinnvoll. Grafik und Gestaltung des Faktencheck wurden in bewährter Weise von Robert Six entwickelt und umgesetzt, Website und animierte Charts von Checkpointmedia (Projektbetreuung: Margit Hajdusich). Die Gesamtkoordination und inhaltliche Erarbeitung erfolgte durch uns (Georg Günsberg, Doris Pilz und Jan Fucik; Mitwirkung bei einigen Argumenten Bernadette Staska). Besonderer Dank gilt der Druckerei Gerin, die sich in Sachen Zeitpläne und Qualität ohnehin als äußerst kundenorientiert erwiesen hat. Dank gebührt auch allen, die inhaltliche Feedbacks und Anregungen eingebracht haben  sei es seitens Erneuerbare Energie Österreich oder des Klima- und Energiefonds.

Inhaltliche Ausrichtung: Fokus Klimaschutz & internationale Dynamik

Klar ist ein inhaltlicher Fokus knapp vor der UN-Klimakonferenz in Paris beim Klimaschutz. Wir konnten zuletzt beobachten, dass klimaskeptische und -verleugnende Stellungnahmen zuletzt wieder mehr öffentliche Präsenz erhalten hatten. Parallel dazu wurde jedoch die Sachlage in wissenschaftlichen Publikationen ebenso eindeutiger. Die Sicherheit über die menschgemachten Ursachen des Klimawandels wird immer größer. Es ist einer dieser Punkte, wo Interessensorganisationen und auch Einzelpersonen die Komplexität der Materie ausnutzen, um durch Irritation und das Verlangen von Beweisführung bewusst für Verunsicherung in der öffentlichen Debatte sorgen. Und wenn klimaskeptische Argumente vor Millionenpublikum im ORF zu hören sind, spürt man dies rasch auch in Online-Foren, Zeitungskommentaren (Mathematik-Publizist Taschner, ÖSV-Präsident Schröcksnadel) etc.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt liegt in der internationalen Dynamik beim Ausbau erneuerbarer Energie. Häufig ist man mit dem Argument konfrontiert, dass Europa ohnehin schon Vorreiter bei der Energiewende sei und ein überambitioniertes Vorgehen zum Schaden des Wirtschaftsstandortes wäre. Doch ein Blick auf die aktuellen Investitionszahlen von Bloomberg New Energy Finance und des weltweiten erneuerbaren Ausbaus im Stromsektor zeigt, dass Europa zunehmend ins Hintertreffen gerät. China hat den Lead übernommen; auch in den USA ist die Investitionsbereitschaft in Clean Energy derzeit höher. Erfreulich: Beim jährlichen Zubau wird weltweit mittlerweile mehr erneuerbare Kraftwerksleistung (in GW) errichtet als fossile und nukleare zusammengenommen.

Weitere Argumente reichen über die neue Dynamik bei der Entwicklung von CO2-Preissystemen, über die Subventionierung einzelner Energieträger, der Preisstabilität im Vergleich, bis hin zur Rolle der Energiekosten in der Industrie.

Fakten- und datenorientiert, aber mit klarer Grundhaltung

Der Faktencheck Energiewende ist per definitionem sehr faktenorientiert, datenbasiert und lehnt sich an seriöse und wissenschaftlich fundierte Publikationen an. Er ist aber nicht wertfrei. Denn er wurde in der Grundhaltung konzipiert, dass der Klimawandel eine der ernsthaftesten Bedrohungen für das menschliche Leben auf diesem Planeten ist und entsprechendes Handeln zur Eindämmung der vom Menschen verantworteten Ursachen notwendig ist.

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